Termin: 27.01.2027, 20:00 Uhr
Musik zum (Über-)Leben - das Frauenorchester in Auschwitz
Mittwoch, 27. Januar, 20:00 Uhr
Ylanite Koppens on Pexels
Das Musizieren unter Zwang in der menschenvernichtenden Umgebung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau gehört zu den dunkelsten Kapiteln der Menschheits-, aber auch der Musikgeschichte. Neben dem Musizieren zum Ein- und Ausmarsch der Arbeitskommandos - jener Häftlingsgruppen, deren Arbeitskraft für die Kriegsindustrie ausgebeutet wurden - mussten die verschiedenen Lagerorchester auch u. A. zur Ankunft neuer Häftlinge, öffentlichen Bestrafungen und sogenannten 'Sonntagskonzerten' musizieren.
Das Frauenorchester des Frauenlagers in Auschwitz-Birkenau nimmt eine gesonderte Stellung ein. Als ein seitens der SS-Offiziere aus Prestigegründen gegründetes Orchester wurde es in mehrfacher Hinsicht instrumentalisiert, um Bestandteil des Vernichtungsapparat Auschwitz zu werden.
Die Rezeption des Frauenorchesters von Auschwitz wurde maßgeblich durch den Roman "Das Mädchenorchester in Auschwitz" von Fania Fénelon geprägt. Ihre Schilderungen über die zwischenmenschlichen Beziehungen des Orchesters und insbesondere über den Einfluss der prägendsten Dirigentin Alma Rosé, die vor dem Krieg selbst eine angehende Geigenvirtuosin war, sorgten dafür, dass die überlebenden Frauen ebenfalls ihre Erinnerungen teilten.
Mittlerweile nimmt das Frauenorchester einen besonderen Platz in der deutschen Erinnerungskultur ein, da für fast alle das Musizieren im "Univers Concentrationaire" (Anita Lasker-Wallfisch) Leid und Rettung zugleich bedeutet.
Am Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung von Auschwitz ist Vinzenz Laarmann bei uns zu Gast. Sein Vortrag bringt uns den historischen Kontext des Frauenorchesters näher und beleuchtet sowohl die musikwissenschaftliche als auch die künstlerische Rezeption.
Zur Person: Vinzenz Laarmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musik und Musikwissenschaft der TU Dortmund und promoviert über intertextuelle Bezüge bei Kompositionen über den Holocaust in Deutschland. Zudem geht der Stipendiat des Cusanuswerks als nebenberuflicher Kirchenmusiker einer regelmäßigen Konzerttätigkeit nach.
Wir starten um 18:30 Uhr mit einer Hl. Messe in der KHG-Kapelle, anschließend gibt es einen Abendimbiss.
Anmeldung: (nur für Mentoratsteilnehmende erforderlich) bis zum 18. Januar hier: Musik zum (Über-)Leben
Ansprechbar für die Veranstaltung: Victoria